Das Bild zeigt zwei Hände die einen langen Kassenbon halten. Daneben ist die Überschrift "Das Problem mit den Ökobons" zu sehen.

Das Problem mit den Öko-Kassenbons

Konventionelle Kassenbons und Öko-Kassenbons im Vergleich

Kassenbons begegnen uns bei jedem Einkauf, egal ob nur ein Schokoriegel oder der gesamte Wocheneinkauf. Sofern wir Kassenbons nicht als Beleg einreichen müssen, oder für einen eventuellen Umtausch aufheben, landen diese kurzerhand im Papierkorb.

Aber gehören ausgediente Kassenbons dort überhaupt hin?

Konventionelle Kassenbons

Konventionelle Kassenbons erkennt man am weißen Papier. Sie sind noch mit am weitesten verbreitet und vor allem in Supermärkten zu finden. Anders als man annehmen könnte bestehen diese Kassenbons nicht aus normalem Papier, sondern aus Thermopapier. Dabei handelt es sich um ein spezielles Papier, das einen sogenannten Farbentwickler enthält, der Mittels Wärme durch eine chemische Reaktion die Schwarzfärbung auf dem Bon erzeugt. Für den Farbentwickler werden im wesentlichen Bisphenol A (BPA) und Bisphenol S eingesetzt.

Bisphenol A gilt allerdings als gesundheitsschädlich und wird in der EU als „besonders besorgniserregender Stoff“ eingestuft. Das liegt daran, dass dieser Stoff unser Hormonsystem beeinflussen und darüber unserer Gesundheit schädigen kann. Noch dazu kann Bisphenol A die Fruchtbarkeit beeinflussen.

Auch wenn Bisphenol S noch nicht ausreichend untersucht wurde, wird vermutet, dass es das Hormonsystem von Menschen und Natur ebenfalls beeinflussen kann.

Neben den gesundheitsschädlichen Faktoren gibt es auch ökologische Nachteile. Wenn Papier mit Bisphenol A oder S in den Altpapierkreislauf gelangt, kann es über ein neues Produkt wie Recyclingtoilettenpapier wieder in dem Umlauf geraten. Daher wird empfohlen Kassenbons im Restmüll zu entsorgen.

Die Bonpflicht

Seit Januar 2020 gibt es die Bonpflicht. Diese schreibt vor, dass alle Unternehmen mit einem elektronischen Kassensystem einen Beleg aushändigen müssen, egal ob dieser benötigt wird oder nicht. Dadurch entsteht eine große Menge toxischen Papiermülls.

Das Bilgt zeigt die Rückseite eines Öko-Kassenbons. Dort werden die ökoglogischen Vorteile beschrieben.

Öko-Kassenbons versprechen umweltfreundlicher zu sein

Ökobons sind als blaue Kassenbon erkennbar und versprechen umweltverträglich zu sein, da sie auf die gesundheitsschädlichen Farbentwickler verzichten.

Die benötigtem Farbpigmente befinden sich bereits auf dem Papier und werden von einer hauchdünnen Schicht bedeckt. Der Thermodrucker perforiert diese Schicht und bringt so die entsprechenden schwarzen Stellen zum Vorschein. Dieser Prozess ist mit dem von Durschlagpapier zu vergleichen.

Das Problem mit Öko-Kassenbons

Ökobons kommen ohne schädliche Beschichtung aus, sind FSC zertifiziert und dürfen mit Lebensmittel in Kontakt kommen. Dennoch haben sie einen Haken. Die auf dem Papier befindlichen schwarzen Pigmente lassen sich im Recyclingprozess nicht deinken. Das bedeutet, dass sich die Pigmente nicht vom Papier trennen lassen. Gelangen Ökobons in die Altpapiertonne führen diese zu Helligkeitsverlusten beim Recyclingpapier.

Farbentwicklerfreie Thermopapiere (Ökobon, Blu4est) sind im Verpackungsrecycling unproblematisch, aber aufgrund der enthaltenen schwer entfernbaren Pigmente für ein Deinking zu weißem Papier derzeit nicht geeignet. Nur wo entsprechende getrennte Sammelsysteme vorhanden sind, können sie zum Verpackungsabfall gegeben werden; im Zweifelsfall sind jedoch, da eine Sortierung nicht praktikabel ist, auch diese Thermopapiere mit dem Restmüll zu entsorgen.“

INGEDE e.V. (gemeinnütziger Verein, der dazu beiträgt, die Recyclingfähigkeit grafischer Druckprodukte zu erhalten und zu verbessern)

Fazit

Ökobons sind ein guter erster Schritt, um Kassenbons umweltfreundlicher und gesundheitsverträglicher zu produzieren. Im Sinne der Nachhaltigkeit sollten diese jedoch zu 100% recyclebar sein. Papier, das im Restmüll landet wird dem Recyclingkreislauf entzogen und geht so als wetvolle Ressource verloren.

Außerdem sollte die bestehende Bonpflicht überdacht werden, um so nicht noch mehr unnötigen Müll zu produzieren. Hier wäre ein Ansatz Belege zu digitalisieren. Allerdings würde dieser Schritt zu einem höheren Einsatz von Energie führen, wodurch eine digitale Variante Gefahr läuft eine schlechtere Ökobilanz aufzuweisen als analoge Kassenbons.

Bis es eine weitere Entwicklung gibt, gehören Kassenbons, egal ob öko oder nicht, in den Restmüll.

Quellen:

https://www.umweltbundesamt.de/themen/kassenbons-gehoeren-nicht-ins-altpapier

http://pub.ingede.com/ingede-news-februar-2020/

https://www.oekobon.de/?nbnet=1#

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